Samstag, 30. November 2013

Esperance 13.11.2013 - 23.11.2013

Nach einer angenehm kühlen Nacht wurde ich am Morgen vom Rauschen des Meeres geweckt. Ich habe mich dann von meinem Strandzeltplatz aufgemacht um nach Esperance zu fahren. John, den ich beim Horizons Meeting getroffen habe, hatte mich eingeladen ihn und seine Frau Stephanie dort zu besuchen. 
John hatte mir zwei Tag vorher noch geschrieben solange es keinen Waldbrand geben würde, wäre er nur auf Standby und hätte Bereitschaft.
Was sehe ich natürlich auf meinem Weg nach Esperance? Einen Waldbrand!

Also bin ich nur schnell bei John ins Büro und er hat mir seinen Haustürschlüssel in die Hand gedrückt. Dazu gab es noch eine Wegbeschreibung und die Anweisung ich sollte es mir gemütlich machen, im Kühlschrank wären kalte Getränke.
Ich war dann vorher noch kurz ein bisschen auf Einkaufstour, da ich meinen Camelbak auf dem Hyden – Norseman Track verloren hab, es mir leider aber erst 500 km später aufgefallen ist. Also ins erstbeste Sportgeschäft und nachgefragt, aber die hatte nur welche mit 2 Liter Fassungsvermögen, ich wollte aber jetzt einen mit 3 Liter haben, da mit die 2 Liter vorher oft nicht gereicht haben. Kein Problem meinte der Verkäufer es gäbe noch einen Motorradladen im Ort die auch Camelbaks verkaufen, aber er würde besser erst anrufen und nachfragen ob die auch wirklich einen mit 3 Liter im Laden haben damit ich nicht umsonst hinfahren muss. Sie hatten und bei der Gelegenheit hab ich mir auch gleich noch eine CO2 Reifenpumpe zugelegt, da am Tag zuvor der Stecker an meine Reifenpumpe den Dienst eingestellt hat – Kabelbruch.
Da nach gab es noch das phänomenale 30 Cent Eis bei McDonalds. Der Preis ist echt ein Kracher.
Bei John zuhause hab ich mich dann in einem der Gästezimmer eingerichtet und mit einem kühlen Getränk auf die Terrasse gesetzt. Ich muss sagen ich war ein wenig überrascht als seine Frau Stephanie nach Hause kam und ein kleines Kängurukind dabei hatte.


Sie hatte mir dann erzählt dass es sich bei dem kleinen um ein Waisenkind handelt und sie es groß zieht bis es in einem der Nationalparks ausgesetzt wird.


John kam an dem Abend aufgrund des Feuers zwar erst spät nach Hause hatte sich dann aber noch die Zeit genommen mir viele interessante Punkte auf meiner Karte zu markieren, mir eine große Menge an Literatur herauszusuchen und mir ein etwas über die Geschichte der Gegend erzählt.
Am nächsten Morgen bin ich dann zuerst los um einen neuen 12V Stecker für meine Reifenpumpe zu besorgen und hab sie dann auch gleich repariert.
Am Mittag hab ich dann den ersten von John empfohlenen Punkt angesteuert: den 22 KM langen Strand von Wylie Beach nach Cape Le Grand.
Meine ersten Kilometer am Strand sind zwar noch etwas Problematisch gewesen aber später lief es dann echt gut. Ich musste das Motorrad auch nur zweimal ausgraben :)



Angekommen am Cape Le Grand hatte ich vor ein bisschen Wandern zu gehen und genau in dem Moment kam ein Pärchen auf eine R 1200 GS angefahren, die das Gleiche vor hatten. Also hatte ich für die nächsten Stunden gleich Gesprächspartner.





Am folgen Tag habe ich den Mount Ridley besichtigt. Hier gab es neben Aborigine Zeichnungen auch noch eine Wave Rock zusehen. An diesem Wave Rock war ich dann ganz alleine da die Anreise ein wenig beschwerlich ist und man auch noch hinaufklettern muss, ergo keine Busse mit Touristen :)







Nach zwei Anrufen nach Deutschland am frühen Samstag morgen, hab ich mich noch mal aufgemacht zum Cape Le Grand Nationalpark. Natürlich ging es wieder über den Strand :)



Im Park hab ich dann den Frenchmans Peak bestiegen.





Und es gab noch eine kleine Strand Besichtigungstour. 






Am Sonntag hab ich es dann ruhig angehen lassen - mit dem Kajak auf dem Meer, aber auch zwei mal neben dem Kajak im Meer ;)








Am Nachmittag bin ich dann bei echt heißen Temperaturen von 37°C ins Museum von Esperance gegangen. 





Wie koche ich ein Känguru

Montags hatte sich das Wetter dann schlagartig auf 16°C abgekühlt und ich hab einen Gammeltag mit ein bisschen Motorwartung und vielen Unterhaltungen mit John eingelegt.
Da sich das Wetter am nächsten Tag nicht gebessert hatte, habe ich erst mal angefangen einen Aufbewahrungsort für mein Stativ zu basteln.




So eine Konstruktion will ja auch getestet werden, weshalb ich zum Cape Arid National Park aufgebrochen bin. Dort war ein weiterer Stand, der auf meiner Karte von John markiert worden war, also musste ich ihn mir ja auch ansehen.






Mein Abwasserrohr hat den Test gut überstanden.




Den folgenden Tag habe ich John bei seiner Arbeit begleitet. Zuerst haben wir den Vogelbestand an einem See an mehreren Stellen erfasst.









Dann haben wir Wasserproben an vielen unterschiedlichen Gewässern genommen.









Donnerstagmorgens hab ich mich dann von Stephanie verabschiedet und mit John einen Treffpunkt für Freitagabends ausgemacht. Ich wollte eine Nacht am Lucky Bay Campground im Cape Le Grand National Park übernachten und mich dann am nächsten Tag mit John treffen. 





Da ich zur Durchquerung der Nullarbor Plain nicht nochmal nach Norseman zurück wollte hab ich mich für eine Abkürzung über eine Schotterpiste entschieden.





Ungefähr auf der Hälfte der Strecke befindet sich die ehemalige Deralinya Homestead, mein Treffpunkt John.





Die Homestead wird von ihren Eigentümern restauriert und ist zur allgemeinen Benutzung als „lebendes“ Denkmal freigegeben. 






Ich war überrascht Roger, einen der Eigentümer, bei der Arbeit zu erwischen.




Er erzählte mir sie hätten an diesem Wochenende ein 20 jähriges Jubiläum und würden sie hier treffen, es wäre aber kein Problem für John und mich auch zu bleiben.
Da es noch früh am Nachmittag war hat Roger mir die Gegend im 4WD gezeigt und wir haben Feuerholz gesammelt.
Als John ankam hatte Roger gerade das Essen fertig zu dem er uns eingeladen hat.




Für die Nacht hatte wir einen Raum der Homestead von Roger zugeteilt bekommen, was auch sehr gut war, da es den ganzen Abend geregnet hat.
Am nächsten morgen haben John und ich zuerst die Umgebung der Homestead weiter erkundet und den Mount Coobaninya bestiegen.





Dann haben wir uns auf in Richtung Norden gemacht um beim Balladonia Roadhouse auf den Eyre Highway zu stoßen. 









Aber wir haben dann doch einen kleinen Umweg über den Telegraph Track in die falsche Richtung unternommen, denn John meinte dort würde man oft Kamele an einem der Salzseen beobachten könnten. Leider nicht wenn ich vorbei komme :(





Natürlich musste ich im Sand einmal unfreiwillig absteigen ;)




Den Weg zum Eyre Highway haben wir uns dann über alte Tracks gesucht die ein Kriterium erfüllen mussten – grob Richtung Norden.
Kurz nach dem wir auf den Eyre Highway gefahren sind haben wir ihn auch schon wieder verlassen da John mich zu einem Lookout über die Fraser Ranges geführt hat. Auf der Piste dort hin wäre ich fast mit einem Adler zusammen gestoßen der von Johns Motorrad aufgescheucht wurde. Am Aussichtspunkt angekommen wurde es für mich Zeit meinen Tank nachzufüllen, denn die verbleibenden Kilometer bis zum Balladonia Roadhouse hätte ich nicht mehr geschafft. 




Das Tanken am Balladonia Roadhouse ging ganz schön ins Geld bei 2,10$ / Liter. Aber John und ich konnten nach kurzer Pause weiterfahren, nicht so zwei 4WDs mit Backpackern.
Natürlich war ein Stopp für ein Foto am berühmten „90 Miles Straight“ Schild notwendig auch wenn wir die Straße schon nach wenigen Kilometern wieder verlassen haben.






John hat mich zu einer seiner Entdeckungen geführt, einem Autowrack mitten im Nirgendwo. 






In genau dieser Ebene haben wir dann ein Paar Kilometer weiter unsere Zelte bzw John seinen Swag aufgeschlagen. Großartige Gegend, nur Gras um einen herum und sonst nichts. 



    




Kommentare:

  1. Hi Dominik,
    wieder tolle Bilder und Berichte. So ein großer Kontinent und dabei so wenige Menschen :D
    Gute Weiterfahrt und Grüße nach Down under,

    Stephan

    AntwortenLöschen
  2. Ich mag auch so reisen, aber nicht alle Orte in der Welt können mit einem Motorrad erreicht werden. Zum Beispiel, vor nicht allzu langer Zeit war ich bei Antarktische Halbinsel Kreuzfahrt und da wäre ich sicherlich nicht mit meinem Motorrad gekommen. Aber trotzdem danke für den Erfahrungsaustausch.

    AntwortenLöschen